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Joseph Vogl

 Das Reale und das Allzumenschliche

Was sich heute „spekulativer Realismus“ nennt, gibt ein Versprechen für die Entdeckung neuer Welten, die sich allein jenseits des Allzumenschlichen auftun. Dabei kutschiert man in recht bekannten Gewässern herum. Denn das Reale, das den Menschen so neu und befremdlich umgeben soll, bleibt schlichtes Außerhalb. Und man verkennt die Wirksamkeit jener Realien, jener nicht-menschlichen Existenz- und Erkenntnismaschinen, die die menschlichen Subjekte in ihrem Innersten dadurch bestimmen, dass sie ihnen entzogen sind. Das Nicht-Humane steckt im Menschlichen selbst. Oder mit Kafka gesagt: „Man weiß nicht, was für Dinge man im eigenen Hause vorrätig hat.“