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Arno Schubbach

Über Anfänge

Philosophen behandeln gerne historische Anfänge, wenn sie ihrerseits mit der Philosophie neu anzufangen versuchen. Als ›Anfänge‹ kommen dabei nicht nur die allerersten Anfänge der Philosophie in Frage, sondern all die Momente der Philosophiegeschichte, die eine Innovation oder eine Wende darstellen, die eine Entwicklung kulminieren lassen oder sich auf einer Epochenschwelle bewegen. Solche Momente, die unser Bild der Philosophiegeschichte strukturieren und für unser Verhältnis zu dieser Geschichte und unser Selbstverständnis von wesentlicher Bedeutung sind. Ich werde mich in dieser Hinsicht Ernst Cassirers und Martin Heideggers Bezugnahmen auf einen Anfang der modernen Philosophie zuwenden, ihre Auseinandersetzung mit der Philosophie Immanuel Kants. Ich möchte zu zeigen versuchen, wie sich sowohl Cassirer als auch Heidegger auf Kant beziehen, um selbst einen Anfang im Philosophieren zu machen, wie sie dabei aber sehr unterschiedlichen Vorstellungen des Anfangs folgen und voneinander abweichende Verhältnisse zur Geschichte in Szene setzen.