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Katia Hay

Insomnie, Träume und Unbewusstes

 Was bedeutet es, wenn wir nicht schlafen können? Wer sind wir, die an Schlaflosigkeit Leidenden? An was denken wir, wenn sich der Schlaf uns entzieht (quand le someil se déroble à nos appels)? Womöglich sind diese Fragen aber schon falsch formuliert. Denn vielleicht ist die Annahme, wir hätten in diesen langen schlaflosen Nächten an etwas gedacht und etwas Konkretes sei uns dabei bewusst gewesen, ein Missverständnis - wie Levinas meint. Denn die Wachsamkeit an sich ist ohne Objekte, sie wendet sich nicht an Objekte (la vigilance est absolument vide d’objets). Vielleicht können wir ja deshalb nicht schlafen, weil wir Angst vor dem Schlaf haben, weil wir Angst vor der verborgenen Wahrheit unserer Träume und vor den Bildern unseres Unbewussten haben. Diesen Fragen anhand von Texten Freuds, Schellings und Levinas‘ nachzugehen ist Ziel dieses Vortrages.