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Ralph Findeisen

Anmerkungen zu Jacques Rancières Ästhetik

Folgt man den Ausführungen Jacques Rancières über die Kunst, so findet man sich nach diversen Modellen der Moderne, der Avantgarde und der Anti-Ästhetik in einem Zustand der Ununterscheidbarkeit wieder. Was ist Kunst und was nicht? Was ist noch Kunst oder schon Politik? Umgekehrt dasselbe. Sein Buch Das Unbehagen in der Ästhetik endete mit dem epochalen Aufruf, „den Erfindungen der Politik und denen der Kunst ihre Unterschiedlichkeit“ wiederzugeben. Doch das Gelingen dieses Aufrufs ist an die schier unmögliche Forderung gebunden, sich „jeder Theologie der Zeit, jedem Denken des ursprünglichen Traumas oder des zukünftigen Heils zu entziehen“. Doch was, wenn sich dieser Aufruf erfüllte? Hätten wir es dann mit einem unmöglichen Ereignis zu tun? Anders gefragt: Kann man mit Rancière wirklich mehr verstehen als nur den Archivierungsdruck einer Kultur, deren revolutionärer Impetus unkenntlich geworden ist?