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Dorian Astor

Philosophie als Herrschsucht eines Instinktes

 Philosophische Systeme entstehen und vergehen, werden von anderen widerlegt und bekämpft, übertroffen und überwunden. Doch an jedem erkannte der junge Nietzsche einen ganz unwiderleglichen, ewig zu verehrenden Teil: „ein Stück Persönlichkeit“, eine undiskutierbare Grundfarbe. Mehr als zwanzig Jahre später wird der Verfasser von Jenseits von Gute und Böse diesen Teil als „Herrschsucht eines Instinktes“ entlarven, und im „Trieb zur Erkenntnis“ einen unerbittlichen Willen zur Macht wittern. Wie weit geht die Tyrannei eines Philosophen, seine „Bosheit“? Aus dieser Frage entsteht eine ganz neuartige Kunst, Philosophie zu lesen und zu schreiben, die bei weitem nicht zum Relativismus führt, sondern uns zur schärfsten Kritik und höchsten Redlichkeit zwingt. Eine „andere und stärkere Art von Skepsis“?