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Video

Remarks on Color

Gary Hill, Videoprojektion, 1994 – Englisch – 45 min

Ein 8-jähriges Mädchen trägt Wittgensteins Bemerkungen über die Farben in einer englischen Übersetzung vor.

Gary Hill


D’eux (On Two)

Esther Shalev-Gerz, Video- und Toninstallation, 2009. Zwei Videos –  Französisch mit englischen Untertiteln – 30 min

Es handelt sich um eine Video-Begegnung zwischen zwei Philosophen, Rola Younes und Jacques Rancière, die die Künstlerin in Paris getroffen hat, die sich untereinander aber nicht kennen – zwei unterschiedliche Welten, räumlich und zeitlich getrennt, treffen aufeinander. Die beiden Videos zeigen, wie Younes und Rancière, jeder auf seine Weise, einen neuen Zugang zur Welt darstellen. Die polyglotte Rola Younes spricht über ihre Leidenschaft für andere Kulturen und Sprachen. Jacques Rancière liest einen Auszug aus seinem Text Le Spectateur émancipé, in dem er seine Wahrnehmung des Verhältnisses zwischen „sehen, tun und sprechen“ beschreibt und sich zur Rolle der zeitgenössischen Kunst äußert.

Esther Shalev-Gerz


D'eux (On Two)

Esther Shalev-Gerz, Toninstallation, 2009 – 10 min

Lied in 6 sprachen, interpretiert von Rola Younes.

Esther Shalev-Gerz


Karaokurt

Fanny de Chaillé, interaktive Video-Installation, 1996. – 4:30 min

Karaoke auf der Grundlage der Ursonate von Kurt Schwitters, bei der das Publikum aufgerufen ist, sinnentleerte Laute wiederzugeben.

Fanny de Chaillé


Tanzen Sie?

Maike Freess, Video- und Toninstallation, 1999 - 4:30 min

Eine Person steht vor Ihnen, spricht Sie an, erbittet Ihre Aufmerksamkeit. Die junge Frau fordert zum Tanz auf. Sie hat sich chic gemacht, etwas deplaziert, ein Anlass ist nicht erkennbar. Sie spricht ihr Gegenüber direkt an.

Die Präsenz einer vermeintlich authentischen Abbildung erzeugt eine Realität zweiten Grades. Eine starke suggestive Realitätsnähe baut sich auf. In ihrer blasenförmigen Umrahmung, die ihr virtuelles Leben schenkt, wirkt die Frau wie von der Außenwelt abgeschottet, so kann sie ungehindert ihre Fragen wiederholen. Die ewige Wiederkehr der immer gleichen, unerbittlichen Aufforderung zum Tanz lässt die Situation zwischen Amüsement, Zuneigung, peinlicher Anrührung und penetranter Belästigung schwingen. Die Verführung schafft Sehnsucht, deren Erfüllung hier als endloser Aufschub vorgeführt wird.

Maike Freess


Der archivierte Tod

Maike Freess, Videoprojektion, 2011 - 9:20 min

Die Marionette eines Skeletts in weißem Kleid versucht bei Wind und Wetter durch eine große Wasserlache zu laufen. Ihr Bemühen, das Ziel zu erreichen, ist endlos. Immer wieder steht sie auf und kämpft sich durch die widrigen Bedingungen.

Wie im realen Leben zeigt sich der Tod scheinbar unbesiegbar. Dieser Wirkung kann man sich auch trotz des Wissens um die Marionettenpuppe nicht wirklich entziehen. Doch hier wird der Tod nur an Fäden geführt. Diesmal werden die Seiten verdreht. Nicht der Tod beherrscht uns, sondern jetzt wird er dirigiert und manipuliert.

Maike Freess


The Fall of Fukuyama. How do ideas die?

Camille de Toledo, Video- und toninstallation.

4 Fragmente über die Tötung einer Idee

Das Video von Camille de Toledo besteht aus 4 Fragmenten bzw. Etappen, die den Untergang eines Mannes zeichnen, der im ausgehenden 20. Jahrhundert die Idee vom Ende der Geschichte verkörperte. Francis Fukuyama wird hier als Avatar inszeniert, der in einen Fall bis hin zum fiktiven Tod gerät. Dabei gleicht er all diesen kleinen Silhouetten, die sich aus den Flammen des World Trade Center stürzen – bis der Körper seiner Puppe sich reproduziert, dupliziert, multipliziert. Toledo versucht die eigentliche Vorstellung vom Ende zu töten. In diesem Sinne ist auch das Rot zu begreifen, das an den Stierkampf erinnert, aber auch an Wut. An die Wut, die ein Kind gegen die Vorstellung von Endlichkeit richtet. Auf einem 5m hohen Pfahl wankt eine Puppe im Maßstab 1/50, was die Perspektive des Kindes noch verstärkt. Toledo beschreibt die Skulptur als “Totem” oder als eine “Vodoo-Puppe”, die man mit Nadeln durchsticht und verwünscht.

La Chute de Fukuyama ist eine Video-Oper in 6 Sprachen, die Camille de Toledo gemeinsam mit dem Komponisten Grégoire Hetzel realisiert hat. Das Werk wurde 2013 in der Salle Pleyel in Paris uraufgeführt.

Camille de Toledo


Interview ou comment mes parents sont morts ou comment j'en suis venue à l'art. (Interview oder wie meine Eltern starben oder wie ich zur Kunst gekommen bin)

Agnès Geoffray, Videoprokektion, 2006 - Französisch mit englischen Untertiteln – 15 min

Ein Gespräch zwischen dem Rundfunkjournalisten Thierry Genicot und der Künstlerin Agnès Geoffray. Letztere erklärt, unter welchen Umständen ihre Eltern ums Leben gekommen sind, wie sie zu ihren fiktiven Eltern und damit zur Kunst kam.  Agnès Geoffray erkundet den liminalen und virtuellen Raum zwischen Realität und Fiktion. Parodie? Wahre Erzählung? Fantasterei? Kunst?

Agnès Geoffray


Winfried

Perrine Lacroix, Videoprojektion, 2013 - 2 min

Hommage an das letzte Todesopfer an der Berliner Mauer. Winfried und Sabine lernen sich an der Universität kennen, er studiert Elektroingenieurswesen, sie Chemie. Nach ihrer Hochzeit 1988 beschließt das Paar, mit einem Gasballon in den Westen zu fliehen. Sie konstruieren einen 13x11m großen Ballon aus Polyethylenfolien, die sie in Kleinmengen bedenkenlos erwerben können. In der Nacht zum 7. März 1989 herrschen geeignete Windbedingungen. Gegen Mitternacht beginnen sie, den Ball mit Gas zu füllen. Doch dann werden sie von einem Mann gesehen, der die Polizei verständigt. Der Ballon ist nicht voll genug, um zwei Personen zu tragen. Also beschließt das Paar, dass Winfried alleine fliegt.

Perrine Lacroix


7 am (7 Uhr)

Imogen Stidworthy, 2005 – 5 min

Jeden Morgen passiert eine Flut von Menschen die Tore des Tian Parks in Beijing. 7 Uhr fokusiert ihre morgendlichen Übungen sowie den sozialen und akustischen Raum, den sie dabei erzeugen. Der Film zeigt, wie eine spezielle menschliche Sprache -akustisch und körperlich- aus der sozialen Landschaft hervorgeht.

Imogen Stidworthy